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In Deutschland sind sie seit 1874 zuständig für das komplette Personenstandswesen, und führen entsprechende Geburts-, Heirats- und Sterberegister. Zuständig ist jeweils das Standesamt, in dem das Ereignis - Geburt, Heirat, Tod - stattfand. Weiß man also, dass z.B. der Großvater väterlicherseits 1907 in Groß Hesepe geboren wurde, wendet man sich an das heute zuständige Standesamt, das sich in Dalum befindet. Eine Übersicht über alle früheren und heutigen Standesämter der Region Emsland / Grafschaft Bentheim findet sich hier.

Durch eine Neuerung im Personenstandsgesetz änderten sich die Zugriffsmöglichkeiten auf die Standesamtsunterlagen. So werden Geburtsregister nur noch über einen Zeitraum von 110 Jahren beim Standesamt geführt, Eheregister über einen Zeitraum von 80 Jahren und Sterberegister über einen Zeitraum von 30 Jahren. Nach dem Ablauf dieser Fristen sind die Personenstandsregister (einschließlich der Nebenregister und Sammelakten) an die zuständigen staatlichen oder kommunalen Archive abzugeben. Dies werden für die Region Emsland / Grafschaft Bentheim das Kreisarchiv Meppen, das Stadtarchiv Lingen und das (künftige) Kreis- und Kommunalarchiv Nordhorn sein, zudem für die Zweitregister das Staatsarchiv Osnabrück. Über den aktuellen Stand dieser Überführung in die Archive können die jeweils zuständigen Standesämter Auskunft geben.

Diese fertigen auf Anfrage auch (beglaubigte) Kopien aus den jeweiligen Registern an. Die einzelnen Urkundeneinträge enthalten außer dem Ereignis selbst auch weitere Informationen: Geburtsurkunden beinhalten den Tag der Geburt und die Angabe der Eltern, Heiratsurkunden die Angabe der (bürgerlichen) Eheschließung, das Alter von Braut und Bräutigam und deren Eltern, Sterbeurkunden den genauen Sterbetag sowie das Alter des Verstorbenen mit Angabe von Geburtsdatum und -ort.
Hat man nun, um beim obigen Beispiel zu bleiben, Einblick in die Geburtsurkunde des Großvaters, kann man aus dieser auch die Namen und ggf. Herkunft der Eltern ermitteln. Deren Eheschließung wiederum findet man, in dem man die Eheregister der vorhergehenden Jahre durchsieht (gemäß dem Beispiel also die Jahre 1907 und zuvor). Auf diese Weise arbeitet man sich „Ereignis für Ereignis“ zurück in die Vergangenheit.

Vor Einführung der Standesämter 1874 wurden Geburten bzw. Taufen, (kirchliche) Eheschließungen und Todesfälle bzw. Beerdigungen im Kirchenbuch der zuständigen Pfarrei verzeichnet. Diese Kirchenbücher, die im Emsland zum Teil bis 1612 zurückreichen, befinden sich heute meist in zentralen Kirchenarchiven, wo man sie in Form von Mikrofilmen bzw. Microfiches einsehen kann.

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