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Die Recherche in den entsprechenden Kirchenbüchern gestaltet sich ähnlich wie in den späteren Personenstandsbüchern der Standesämter. So enthält der Sterbeeintrag einer Person in der Regel neben dem Sterbetag und dem Datum der Beerdigung auch das Alter des Verstorbenen mit Angabe von Geburtsdatum und -ort, zudem einen Hinweis auf den Familienstand. Mit diesen Angaben lässt sich nun (mehr oder weniger exakt) einerseits der Zeitpunkt der Geburt, andererseits das etwaige Datum der Eheschließung eingrenzen, ausgehend von einer Heirat im durchschnittlichen Alter von ca. 17-25 Jahren. Das erste Kind kam dann häufig etwa ein Jahr nach der Trauung zur Welt. Mitunter bedeutet dies auch, Jahrgang für Jahrgang der jeweiligen Tauf-, Trauungs- und Beerdigungsbücher mit detektivischem Spürsinn durchzusehen. Im Falle alteingesessener Familien, z.B. großer Bauernhöfe, kann man auf diese Weise durchaus, „Ereignis für Ereignis“, bis zu den Anfängen der Kirchenbuchschreibung gelangen. Waren die Vorfahren weniger ortsgebunden, was oftmals soziale Gründe hatte, z.B. im Fall der Heuerleute oder Hollandgänger, so wird sich die Recherche sicherlich auch auf benachbarte Kirchspiele ausweiten.

Es ist empfehlenswert, sich wichtige Kirchenbuchseiten am Mikrofiche-Drucker ausdrucken zu lassen bzw. die Einträge wörtlich abzuschreiben, um spätere Recherchen und Überprüfungen zu erleichtern. Ebenso wichtig ist die genaue Quellenangabe, sprich der Titel des jeweiligen Kirchenbuches, das Jahr und die Seite. Kirchenbuchdaten bilden das Fundament der weiteren Forschung. Fehler, die an dieser Stelle passieren, können unter Umständen alle weiteren Recherchen auf einen falschen Weg leiten.

Kirchenbücher liefern die entscheidenden Lebensdaten der Vorfahren. Doch von ihren Lebensumständen, ihren Problemen und Herausforderungen, erfährt man aus diesen Büchern nur sehr wenig.

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